Samstag, 22. Dezember 2007

Liebe Gruesse aus Thailand!



Ich wuensche Euch allen wunderschoene Weihnachten!

Nach meinem einwoechigen Abstecher zu Andreas (alias Gismo) nach Macao bin, ich vor ein paar Tagen dann wieder nach Thailand zurueckgekommen. Da ich schon ziemlich Strand, Sonnne und Meer hungrig war, hab ich bald Bangkok hinter mir gelassen und bin mit dem Touristenbus in Richtung Sueden aufgebrochen.

Dass mir im Bus 300 Euro geklaut wurden, hab ich dann wieder weniger lustig gefunden. :-( Ich hatte jedoch Glueck im Unglueck. Es ist "nur" Geld, zwar eine ganze Menge, aber es haette schlimmer kommen koennen.
Die Taeter waren sicher die Busfahrer und ihre Freunde. Es wurden auch alle grossen Rucksaecke durchsucht und jeder der Bargeld drinnen hatte (auch gut versteckt) wurde dessen beklaut. :-(

Mittlerweile sind ein paar Tage vergangen und die Ausicht aus meinem Bungalow hat meinen Aerger recht bald verfliegen lassen. :-)

Die Sonnenuntergaenge sind echt wunderschoen!

Montag, 17. Dezember 2007

Sightseeing in Macao!


Hallo!

In den letzten Tagen hab ich die wichtigsten Sightseeing Attraktionen in Macao angeschaut.

Ich war im VENETIAN, im GRAND LISBOA und im SANDS! :-)
Dies sind riesige Casino Hotels.

Gespielt hab ich zwar nicht, aber trotzdem gab es eine Menge zu sehen: tanzende Maedchen, jede Menge gamblende Asiaten, singende Gondoleros auf dem Canale Grande, tanzende Maedchen mit Buchstaben!, dicke Westler mit bildhuebschen Asiatinnen, eine coole Band, die nach Musikwuenschen fraegt und dann doch das spielt was sie moechte, Kellner mit einem blinkenden Namensschild,......
Ich war sogar motiviert dazu ein paar Macao-Muenzen zu verspielen, aber die Automaten hatten sich gegen mich verschworen. Keiner wollte meine Muenzen haben. :-)


Macao hat aber auch noch viele alte Haeuser aus der Zeit als es noch zu Portugal gehoerte.
Der Leuchtturm ist echt nett, nur das er Mitten auf der Insel steht ist etwas komisch. Urspruenglich ist es an der Kueste gestanden!!

Gestern waren Gismo und ich dann in Hong Kong! Die Hochhaeuser dort sind echt beeindruckend. Man kommt sich ziemlich klein dazwischen vor.

Die U-Bahn ist echt cool. Ein durchgehender ewig langer Waggon.

Das Bier nach dieser anstrengenden Sightseeingtour hat dann sichtlich geschmeckt.

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Ni Hau- Liebe Gruesse aus Macao

Hallo zuhause!



Es ist schon wieder etwas laenger her, dass ich mich gemeldet hab. Deshalb wird es heute sicher wieder laenger :-)

Nach einem 1 taegigen Zwischenstopp in Bangkok bin ich mittlerweile bei Andreas (alias Gismo) in Macao.

JA- ICH BIN IN CHINA!

Ein bisschen ein Kulturschock ist es schon, aber der Schock von Nepal nach Bangkok war fast groesser.

Macao ist fuer mich eine Mischung auf Las Vegas und China mit einem grossen Schuss Europa. Man kann die Reihenfolge jedoch auch beliebig veraendern. In der Altstadt gibt es ganz viele alte Kolonialbauten und alle Strassen sind auf chinesisch und portugiesisch angeschrieben. Dies macht das Zurechtfinden viel einfacher.
Gismo hat mir zwar kleine Kaertchen mit seiner Wohnadresse und seiner Uniadresse auf chinesisch gegeben, damit ich es dem Taxifahrer zeigen kann, falls ich verloren gehe. Sehr aufmerksam :-)
Im Vergleich zu chinesisch oder kantonesisch (was man hier auch spricht) ist Nepali echt easy.
Essen gehen kann zu einer Herausforderung werden, wenn es weder eine Speisekarte auf englisch gibt noch ein Kellner englisch spricht. Wir sind dann zum Nachbartisch gegangen und haben der Kellernin gezeigt was wir haben moechten. Eine ganz nette Frau vom Nebentisch hat dann auch ein bissl fuer uns uebersetzt. war echt witzig :-)
Gestern waren wir auch noch im Casino. Ziemlich kitschig- tanzenden Maedchen auf der Buahne, Christbaeumen in der Eingangshalle, Weihnachtsmusik, einem der teuersten Diamenten ausgestellt und eine Beschallung mit verschiedener Musik gleichzeitig. Aber der frischgepresste Orangensaft war echt super :-)

Nun noch ein kleiner Nachtrag zu Nepal yund Bangkok:

Meine letzten Tage in Kathmandu waren fast ein wenig stressig.
Ich wollte noch einige Leute treffen, mit Kyra unseren Report ueberarbeiten, zur Post mein Trekkingzeig heimschicken und dann gab es noch einige Einladungen von Leuten vom CP-Centre.
Zuerst waren wir beim Professor (Gruendungsmitglieder der Self-help group for cerebral palsy children) zum Tee eingelanden. Es war total nett. Wenn wir nur die Haelfte seiner Fotos anzuschauen haetten, waere es zwar auch ok gewesen, aber man moechte ja nicht unhoeflich sein. :-)

Die Prozedur am Postamt hat auch etwas laenger gedauert- fast 2h und es braucht ca 8 Angestellte :-)
Zuerst muss man am Schalter rechts einen Haufen Papierkram erledigen. Zum Glueck sitzten 3 Leute hinter dem Schalter die einem helfen. Sie sprechen zwar kaum englisch aber mit Haenden und Fuessen geht das schon :-)
Dann wird das Packerl aus- und wieder eingepackt, wobei mitgeschrieben wird was drinenn ist.
Daraufhin bekommt das Packerl der Einpacker der eine Stoffhuelle um das Packet naeht.
Danach bekommt es der "Verschweisser" der die Naehte mit heissem Wachs verschweisst.
Man schreibt dann selbst die Adresse drauf und gibt es dem eigentlichen Postbeamten, der es abwiegt. Ein anderer rechnet den Preis aus und bei einem dritten bezahlt man.
Man bekommt sogar eine Bestaetigung, dass man es abgeschickt hat. Ob es tatsaechlich ankommt, ist zwar eine andere Fragen, aber ich hoffe mal das Beste :-)

Kyra und ich wurden am Tag vor meiner Abreise von Suresh zu sich nach Hause eingelanden. Neben seiner Taetigkeit als Koordinator des Outreach-Programms der SGCP leitet er mit seiner Frau gemeinsam eine Schule. An diese Schule ist ein Internat fuer fast 30 Kinder angeschlossen und das leiten sie auch. Er ist ein echter Workaholic- der einzige den ich hier kennengelernt hab. :-) Leider waren gerade Semesterferien und alle Kinder bei ihren Eltern.
Aber es war ein sehr netter Abend!

Dann war ich auch noch im Hotel Soltee. Einem der besten Hotels von Kathmandu- ein wirkliches Luxushotel! Nein- der grosse Reichtum ist nicht ausgebrochen! ;-)
Ich wurde gebeten bei einem Charity-Malwettbewerb fuer Kinder vorbeizuschauen, wo Spenden fuer die SGCP gesammelt werden. In meinem "Luxushotel" in Tulsipur hab ich mich wohler gefuehlt :-)

Bangkok war am Anfang wieklich ein bissl ein Schock! Heiss-schwuel-krebsrote Touristen usw.
Aber der Abend war dann ganz nett, da ich mich ziemlich lang mit einem Australien unterhalten hab. Ich hab ihm von Nepal vorgeschwaermt und er mir vom Norden Thailands. Ich bin schon sehr gespannt darauf.
Am naechsten Tag sind dann leider wieder ein bissl meine "Monster" von Nepal zurueckgekehrt. Aber vielleicht war es auch der Rum *g*

Tschuess und bis bald
Eure Mary

Mittwoch, 5. Dezember 2007

"Sorry I have to go, my elefant is waiting"

Vielen lieben Dank fuer die Mails. Ich hab mich total darueber gefreut. Kyra und ich haben auch den einen oder anderen Cocktail getrunken! Naechstes Jahr gibt's wieder ein Fest :-)

Nachdem ich im letzten Posting so viel ueber meine Zeit in Tulsipur geschrieben habe, gibt es nun die Erzaehlungen von meiner Heimreise.
Nachdem unsere Reisen nach Tulsipur 14h gedauert hat, haben Kyra und ich beschlossen, die Rueckreise in Raten anzutreten.

Unsere erste Station auf der Heimreise war Lumbini, der Geburtsort von Budha. Um den Geburtstempel des Buddha wurde in den letzten 30 Jahren ein grosser Park angelegt, wo alle moeglichen Laender der Erde ihren eigenen Buddhistischen Temple gebaut haben. Der Oesterreichische ist glaub ich noch ihn Planung. Auf den Plan vor dem Park war er eingezeichnet, jedoch habe ich ihn dann nicht gefunden.
Es waren total viel buddhistische Moenche dort und viele Mepalesische Touristen. Wir haben eigentlich viele westliche Touristen erwartet und waren uns sicher, dass unser " roter Teppich" vor diesem Ort endet. Wir haben zwar ein paar westliche Touristen gesehen, aber man konnte sie an einer Hand abzaehlen.
Als wir uns den Geburtstempel angeschaut haben, sind immer wieder nepalesische Jugendliche zu uns hergekommen und haben uns gefragt, ob sie ein Foto mit uns machen duerfen. Es war dann jedesmal ein bisschen ein Gerangel wer zwischen und neben uns stehen darf. Wie am "roten Teppich" :-) War total witzig und vorallem nicht erwartet :-) Jetzt bin ich wieder im Touristenviertel von Kathmandu und ein "normaler" Touri. Der Schock keine Beruehmtheit mehr zu sein war nicht so schlimm. *g*

Bevor wir aber endgueltig wieder zurueck nach Kathmandu gekommen sind, haben wir noch einen Abstecher in den Dschungel gemacht. Es war super schoen war, wie die letzten Wochen :-)
Wir sind mit dem Kanu durch den Dschungel geschippert, sind auf einen grossen Elefanten durch den Dschungel geritten, haben Rhinozerose gesehen und haben mit einem "kleinen" Elefantenbaby fangen gespielt :-)
Der Babyelefant wollte unbedingt unsere Mandarinen haben und ist ueber den Zaun geklettert und uns nachgelaufen. Wir haben uns dann hinter einen Baum gestellt und wir sind wie in einem Zeichentrickfilm um den Baum gelaufen mit dem Babyelefanten hinter uns her. War total witzig :-)

An einem Tag haben wir dann einen Ausflug mit dem Rad zu den 20.000 Lakes gemacht. Ca. 11 km hin und 11 km wieder zurueck! Die Raeder waren zwar nicht so schleissig, wie die in Pokhara aber dafuer die "Strassen" (Schotterpisten). Nicht mal nach der Transalp hat mein Hintern mehr weh getan :-)
Auf dem nachhause Weg sind wir bei einem nepalesischen Dorffest mit Musik stehen geblieben. Als wir dann dort zugeschaut haben, haben dann einige Leute rundherum angefangen uns zum Tanzen aufzufordern und anzufeuern. Gesagt- Getan! Kurze Zeit spaeter waren ca 40 Leute um uns herum und haben mit uns getanzt, geklatscht und gefeiert. Voll cool!
Wir sind dann im Dunkeln die letzten paar Kilometer heimgefahren. Sehr zum Leidwesen unserer Hintern :-)

Der Bus nach Kathmandu war dann wieder "the nepali way of travelling". Er sollte 4h brauchen, jedoch wir waren 6 1/2h unterwegs. Haette schlimmer sein koennen *g*

Dienstag, 4. Dezember 2007

"At the end of the road"- Volunteerwork in Tulsipur


Hallo meine Lieben!





Ich bin zurueck vom Ende der Strasse. Die letzten Wochen war ich in Tulsipur (Dang District) einer kleinen Stadt im Suedwesten des Landes. Berge gab es da zwar nicht, jedoch hatten wir immer zwischen 25 und 30 Grad und das war recht angenehm. Kyra und ich waren gemeinsam mit Durgar, der die CP (cerebral palsy) Kinder rund um Tulsipur betreut, in den Doerfern unterwegs und haben die Kinder mit ihren Familien besucht.

Wir waren im "besten" Hotel der Stadt untergebracht und hatten sogar unseren eigenen Butler- oder so was aehnliches :-) Der Junge war die ganze Zeit, wenn wir im Hotel waren um uns herum. Er wollte alles moegliche von uns wissen und hatuns auch alles moegliche versucht zu erzaehlen. Wir haben zwar nur maximal ein Drittel verstanden, aber es war trotzdem witztig :-)
Dass er uns am Anfang jeden Tag noch vor 1/2 7 Uhr aufgeweckt hat und gefragt hat ob wir das fruehstueck bestellen wollen, fanden wir meist nicht so witztig. Nach 3 Tagen hatten wir es dan endlich abgestellt :-)
Die Vorzuege unseres Hotels: Wir hatten fast immer fliessend Wasser, auf Bestellung sogar eine heisse Dusche (der Wasserhahn war zwar nur in der Hoehe von 1m) und das Hotel hatte sein eigenes Stromaggregat. Das war echt total angenehm! Jeden Tag am Abend war fuer 1-?h der Strom weg. Wir hatten das Gefuehl, dass die Einheimischen jedesmal aufs Neue ueberrascht darueber waren und sich erst im Dunkeln auf die Suche nach Kerzen machten.

Unser Tag hat meistens mit den "Englisch Unterricht" fuer die Mitglieder der Sewa-Foundation begonnen. Die SEWA-Foundation ist eine NGO(non-goverment Organisation) die Durgars Arbeit unterstuetzt.
Der Unterricht war echt total witztig. Ich haette nie gedacht, dass ich mal Englisch unterrichte!
Die Aussprache der Nepalesen ist zwar sehr gewoehnungsbeduerftig, aber nach einiger Zeit hat man sich daran gewoehnt. Man faengt dann sogar an die Woerter wie sie auszusprechen, weil einem sonst keiner versteht. Aus "bread" wird "prett", aus "father" wird "pather" u.s.w. Wir haben vergeblich versucht ihnen das "f" beizubringen *g*
Alle sind total gierig englisch zu sprechen, da sie sonst nicht die Gelegenheit dazu haben.
Nach ca 1-2h Unterricht (je nachdem wann unsere "Schueler" auftauchten) sind wir dann mit Durgar zu unseren Kindern augebrochen. Wenn die Reise nach Osten ging konnten wir mit dem Bus fahren (End of the road). Wenn unsere Fahrt nach Westen ging waren wir mit den Jeep auf Schotterpisten unterwegs. Ihr werdet nicht glauben wieviel Leute in bzw. auf einem Jeep Platz haben! (Foto kommen in den naechsten Tagen) Wir waren immer wie die Banditen unterwegs wegen dem Staub :-) In alle anderen Richtungen waren wir zu Fuss unterwegs.

In den Doerfen bei den Kindern sind dann meinst alle Verwandten und Nachbarn zusammen gekommen. Sie haben uns und vorallem Durgar ausgequetscht, woher wir kommen, wohin wir gehen, was wir machen u.s.w.
Die Kindern und auch die Erwachsenen waren am Anfang meinst scheu und distanziert. Mit ein bisschen Nepali und den Ballons war das Eis meist sehr schnell gebrochen.
Ich hatte das Gefuehl, dass die Leute im Westen zu Beginn etwas skeptischer sind als in den Bergen waehrend meines Treks. Aber ich glaube, dass ist deshalb, weil sie keine Touristen gewoehnt sind und die einzigen Westler die sie sehen sind Mitarbeiter von Hilfsorganisationen. In den letzten Jahren haben sich viele Hilfsorganisation aus diesem Gebiet zurueckgezogen, da es wegen der politischen Situation zu gefaehrliche war. Der Westen gilt als Hochburg der Maoisten und es hat in den letzten Jahren viele Zwischenfaelle gegeben. Haeuser wurden angezuendet und Leute wurde schlechtes getan. Zur Zeit ist es jedoch stabil. Eigentlich haetten Ende November Wahlen stattfinden sollen, jedoch wurden sie auf unbestimmte Zeit verschoben. Wenn man Nepalesen darueber befragt, wie es ihrer Meinung nach weiter geht, ziehen sie beide Schulter hoch und sagen "ka garne!" - "Keine Ahnung- kann eh nix aendern, mach ich mir keine Sorgen und das Leben geht weiter"
Die Leute leben ihr Leben und machen das Beste daraus und beklagen sich nicht und sind zum groessten Teil gluecklich.

Die Arbeit mit den Kindern war die meiste Zeit sehr motivierend. Es war total schoen zu hoeren, wie sich die Kinder entwickeln. Durgar war immer ganz stolz wenn er uns erzaehlen konnte, was sich in den letzten jahren seid er das Kind betreut veraendert hat. Der groesste Teil der Arbeit ist den Eltern klar zu machen, dass eine Medizin gibt, die ihre Kinder "normal" macht und sie dazu zu motivieren mehr Zeit mit dem Kind zu verbringen. Wir haben den Eltern dann gezeigt wie sie das Kind am Besten foerdern koennen, wie sie mit ihm spielen sollen und wie sie es zur Bewegung motivieren koennen. Die meisten Eltern waren sehr dankbar fuer unsere Anregungen und Ratschlaege. Es war echt lustig mit die Kinder, die Geschwister, den Nachbarskindern und den Eltern gemeinsam zu spielen. Ich hab dann auch des oefteren meine Fotos von zuhause hergezeigt und alle waren begeistert. Bei den Eltern, die viel Zeit mit ihrem Kind verbrachten und wo es trotz seiner Behinderung ein Teil derFamilie war, hatte ich ein total gutes Gefuehl.

Leider gab es auch einige weniger motivierende wenn nicht sogar deprimierende Momente. Wir haben einige Kinder besucht, wo es den Eltern ziemlich egal ist, was aus ihrem behinderten Kind wird. Man hatte manchmal leider das Gefuehl, dass sie nur auf den Tod dieses Kindes warteten. Diese Kinder wurden meinst den ganze Zeit alleine im Haus liegen gelassen und niemand kuemmerte sich um sie. Der schlimmste Fall war ein 6-jaehriges Maedchen. Es war geistig und koerperlich schwer behindert. Aufgrund der schlechten Ernaehrung haette man es auch fuer ein 1 1/2! jaehriges Kind halten koennen. Wir haben ihnen gesagt, dass es gut waere das Kind mit vor das Haus zu nehmen, damit es die Sonne spueren kann und mehr Geraeusche hoeren kann. Vor dem Haus waren dann nicht mehr wir Weisse der Mittelpunkt sondern das Kind. Niemand rund herum hat gewusst, dass in der Huette daneben noch ein weiters Kind lebt.

Ein weitere Punkt der mich sehr nachdenklich gemacht hat, ist die schulische Situation. Ein grosser Teil der Kinder auf dem Land geht nicht zur Schule. Es gibt Governmentschulen, die fuer alle zuganglich sind. Jedoch sind dort zwischen 100 und 120 Schueler in einer Klasse und wenn der Lehrer fehlt, dann ist kein Unterricht und dass kommt haeufig vor. Es gibt dann noch viele private Schulen. Dort sind "nur" 50 Schueler pro Klasse und die Kinder lernen mehr, jedoch sind diese Schulen fuer den Grossteil der Bevoelkerung nicht erschwinglich.
Ich hab versucht in vielen Gespreaechen mit Durgar herauszufinden, warum die Kinder nicht in die Schule gehen. Ein Grund ist dass die Kinder aus Arbeitskraefte im Haus gebraucht werden. Jedoch zum groesseren Teil wird es den Kindern ueberlassen, ob sie in die Schule gehen wollen oder lieber zuhause mit ihren Geschwistern und Nachbarskindern (die auch nicht in die Schule gehen) spielen wollen. Die meisten Leute am Land haben nie eine Schule besucht und koennen weder lesen und schreiben und sehen nicht die Notwendigkeit ihre Kinder in die Schule zu schicken.

Mein Aufenthalt in Tulsipur und meine Arbeit dort mit Durgar und Kyra war total super. Kyra und ich haben uns die ganze Zeit wie auf dem "Roten Teppich"gefuehlt. Jeder war neugierig woher wir sind und was wir machen und haben uns im Hotel besucht um mit uns zu quatschen usw. Alle waren total freundlich und hilfsbereit. Auch wenn man grad keine Hilfe braucht :-) Jeder von uns hat ca 40 Visitenkarten bekommen, wo wir uns melden koennen, wenn wir Hilfe brauchen oder Fragen haben. Wir wurden ein bisschen wie Beruehmtheiten verhaetschelt und herumgereicht. Eine total witzige und lustige Erfahrung.
Voll lustig war es auch immer wenn wir unser Abendessen irgendwo in den kleinen "Strassencafe" im Kerzenlicht eingenommen haben. Es wurde dann meist ein Nachbar oder Kind geholt, das ein paar Brocken englisch spricht. Essen bestellen koennen wir mittlerweile ziemlich gut :-)

So jetzt reicht's fuer heute. Es gaebe ja noch soooo viel zu erzaehlen. Keine Angst- ein anderes Mal *g*
An allen die sich den ganzen Text angetan haben. Ich bin stolz auf euch :-)